Musik & Film

Goldener Löwe für Frauen-Drama

13. September 2026
Goldener Löwe für Frauen-Drama

Beim 83. Filmfestival von Venedig hat das dänische Drama „Woman Unknown“ den Goldenen Löwen gewonnen. Regisseurin May el-Touky und Hauptdarstellerin Mathilde Arcel gehören damit zu den großen Gewinnerinnen des Abends.

Foto: rheinpfalz

Das 83. Filmfestival von Venedig ist mit einem klaren Favoriten zu Ende gegangen: Der Goldene Löwe ging an das dänische Drama „Woman Unknown“ von Regisseurin May el-Touky. In einem Wettbewerb mit 21 Filmen setzte sich damit ein Werk durch, das nach Einschätzung der Jury zu den wenigen besonders überzeugenden Beiträgen gehörte. Den Vorsitz der Jury hatte US-Schauspielerin und Regisseurin Maggie Gyllenhaal.

Vergangenheit als Bedrohung

„Woman Unknown“ spielt im Dänemark der Nachkriegszeit und erzählt von einer jungen Dienstbotin, die ihre Beziehung zu einem deutschen Soldaten um jeden Preis geheim halten will. Obwohl die Vergangenheit scheinbar abgeschlossen ist, droht sie wieder sichtbar zu werden: Ein ehemaliger Schulkamerad weiß Bescheid, später erscheint sogar ein Hakenkreuz an ihrer Haustür. Aus dieser Ausgangslage macht el-Touky laut Festivalbilanz einen intensiven Mix aus Drama, Kälte und Thriller.

Für den Film gab es gleich noch eine zweite wichtige Auszeichnung: Mathilde Arcel, die die junge Magd spielt, wurde als beste Darstellerin geehrt. Ihr Auftritt lebt von zurückgenommenen Emotionen und der ständigen Angst, entlarvt zu werden. Einen deutschen Kinostart gibt es für den Film bislang noch nicht.

Weitere Preise mit politischem Unterton

Auch bei den übrigen Preisen setzte das Festival auf markante Handschriften und politische Themen. John Malkovich gewann den Darstellerpreis für die Agenten-Buddie-Komödie „Wild Horse Nine“ von Martin McDonagh. Der Regiepreis ging an den in Berlin lebenden russischen Filmemacher Ilja Chrzhanowski für „Dau“, einen Film über den Physiker Lew Landau und den politischen Druck auf Wissenschaftler in Russland.

Ein deutliches politisches Signal setzte die Jury außerdem mit dem Spezialpreis für „Naza“ von Yuval Abraham und Rachel Szor. Der Dokumentarfilm beleuchtet mit Interviews und Drohnen-Nachtbildern die Gewalt des israelischen Staates im Gazastreifen. Venedig endete damit nicht nur mit starken Preisträgern, sondern auch mit einer Preisvergabe, die Haltung zeigte.

Quelle: rheinpfalz

Mehr aus Musik & Film

Filmtrip ans Ende der Welt
Musik & Film17. September 2026

Filmtrip ans Ende der Welt

Der Film „Tristan Forever“ begleitet den Franzosen Loran Bonnardot auf die abgelegene Insel Tristan da Cunha im Südatlantik. Regisseur Tobias Nölle fragt dabei, ob der Ort mit rund 230 Bewohnern eine der letzten Utopien unserer Zeit ist.

Magdeburg wird zur Wende-Kulisse
Musik & Film17. September 2026

Magdeburg wird zur Wende-Kulisse

In Magdeburg entsteht derzeit für das ZDF der Fernsehfilm „Zeit der Wunder“. Für die Geschichte aus der Wendezeit werden Straßen in Altstadt und Neustadt als Double für das damalige Berlin und Bonn genutzt.

Flucht, Verdacht, Vergangenheit
Musik & Film17. September 2026

Flucht, Verdacht, Vergangenheit

Im Thriller „Karma“ versucht Jeanne in einem Dorf im Norden Spaniens neu anzufangen. Nach dem Verschwinden ihres sechsjährigen Patenkinds gerät sie unter Verdacht und taucht in Frankreich unter.

Wiesn-Musical landet in München
Musik & Film17. September 2026

Wiesn-Musical landet in München

Kurz vor dem Oktoberfest hat „Oktoberfest A Musical. An Almost True Story. Beinah wahr ...“ in München Premiere gefeiert. Das Stück von Harold Faltermeyer war zuvor ausgerechnet in Berlin uraufgeführt worden.

Ben Zucker fliegt als Erste Maske
Musik & Film17. September 2026

Ben Zucker fliegt als Erste Maske

Zum Start der 13. Staffel von „The Masked Singer“ auf ProSieben wurden gleich zwei Promis enttarnt: Ben Zucker steckte in „Bubble“, Isabel Edvardsson in „Emily Wau“. Vor allem Zucker führte das Rateteam dabei komplett in die Irre.

Rosalie Thomass ist verliebt
Musik & Film17. September 2026

Rosalie Thomass ist verliebt

Schauspielerin Rosalie Thomass, bekannt aus der Bestseller-Verfilmung „Wäldern“, ist laut Quelle privat vergeben. Im Mittelpunkt steht ihre Beziehung zu einem Regisseur.