Musik & Film

Warum Tupac unvergessen ist

13. September 2026
Warum Tupac unvergessen ist

Vor 30 Jahren starb Tupac Shakur in Las Vegas mit nur 25 Jahren. Musiksoziologe Rainer Prokop erklärt, warum der Rapstar bis heute verehrt wird: wegen seiner Widersprüche zwischen politischem Künstler, Dichter und Gangster-Image.

Foto: Tupac Shakur / Interscope Records / Death Row Records /Amaru Records / Wikimedia Commons, Public domain

Tupac Shakur ist auch 30 Jahre nach seinem Tod eine der prägendsten Figuren der Rapgeschichte. Der US-Star starb am 13. September 1996 in Las Vegas im Alter von nur 25 Jahren, nachdem er sechs Tage zuvor auf offener Straße angeschossen worden war. Mit mehr als 75 Millionen verkauften Tonträgern zählt er bis heute zu den erfolgreichsten Rappern überhaupt.

Warum Tupac bis heute so viele Menschen fasziniert, erklärt der Wiener Musiksoziologe Rainer Prokop mit den Gegensätzen in seiner Persönlichkeit. Er sei zugleich als Dichter, Gangster und Gelehrter wahrgenommen worden. Neben Songs wie „California Love“, „Changes“ und „Dear Mama“ schrieb Shakur auch Gedichte, arbeitete an Drehbüchern und war in mehreren Filmen zu sehen, darunter „Poetic Justice“ an der Seite von Janet Jackson.

Zwischen Protest und Gangster-Image

Prokop teilt Tupacs Werk grob in zwei Abschnitte ein. In der frühen Phase stand demnach eine politische Haltung im Vordergrund, die soziale Gerechtigkeit zum Ziel hatte. Später sei Tupac stärker in Richtung Gangster-Rap gegangen – inklusive eines demonstrativ harten und teils misogynen Männerbilds sowie eines offen präsentierten Lifestyles.

Frühe Jahre voller Umbrüche

Geboren wurde Tupac Amaru Shakur am 16. Juni 1971 in New York als Parish Lesane Crooks. Er stammte aus einer politisch aktiven Familie: Seine Mutter Afeni Shakur war Mitglied der Black Panther Party, ebenso sein Stiefvater Lumumba Shakur. Die Familie lebte in armen Verhältnissen und zog mehrfach um – zunächst innerhalb New Yorks, später nach Baltimore und an die Westküste. Seine Mutter legte großen Wert auf Bildung und vermittelte ihren Kindern früh ein Bewusstsein für die Geschichte schwarzer Amerikaner, für Rassismus und soziale Ungleichheit.

Schon in der Schulzeit zeigte sich Tupacs künstlerische Bandbreite. Er interessierte sich für Theater, nahm Ballettunterricht und begeisterte sich für William Shakespeare. Gedichte schrieb er bereits als Kind, später begann er zu rappen. Seine ersten Schritte im Musikgeschäft machte er an der Westküste, wo er für Digital Underground als Tänzer auf der Bühne stand. 1991 erschien dann sein Debütalbum „2Pacalypse Now“ – und löste sofort heftige Kontroversen aus.

Quelle: ORF

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