Musik & Film

Türkische Serien erobern die Welt

30. August 2026
Türkische Serien erobern die Welt

TV-Serien aus der Türkei laufen in rund 170 Ländern und bringen jährlich etwa 1 Milliarde Dollar ein. Doch hinter dem Boom stehen extrem lange Arbeitstage, hoher Kostendruck und staatliche Unterstützung.

Türkische Fernsehserien sind längst ein globales Geschäft. Produktionen aus dem Land werden in 170 Länder verkauft und erreichen ein Millionenpublikum rund um den Globus. Nach Angaben der Tagesschau setzt die Branche pro Jahr rund eine Milliarde Dollar um. Besonders gefragt sind Liebesgeschichten und Dramen, mit denen sich die Türkei zu einem der drei wichtigsten Serienexporteure der Welt entwickelt hat.

Erfolg mit Gefühl und Tempo

Am Set der neuen Serie „Tutsak Sevda“ („Gefangene Liebe“) vor den Toren Istanbuls zeigt sich, wie routiniert diese Industrie inzwischen arbeitet. Rund 70 Menschen aus unterschiedlichen Produktionsbereichen stehen dort am ersten Drehtag bereit. Produzent Ahmet Ziyalar erklärt den internationalen Erfolg mit der besonderen Mischung der türkischen Kultur: Viele Zuschauerinnen und Zuschauer aus ganz verschiedenen Regionen könnten sich in den Geschichten wiederfinden und dadurch schnell eine emotionale Bindung aufbauen.

Der Boom hat allerdings eine harte Kehrseite. In der Türkei sind Folgen mit 120 bis 150 Minuten keine Ausnahme, während neue Episoden oft schon wenige Tage nach der Produktion gesendet werden. Für Teams und Autorinnen bedeutet das enormen Druck. Drehbuchautorin Zeynep Kücükerciyes beschreibt die Belastung so, dass praktisch jede Woche ein ganzer Kinofilm geschrieben und abgeliefert werden müsse.

Inflation trifft auch den TV-Boom

Zusätzlich leiden die Produktionen unter den wirtschaftlichen Problemen im Land. Die hohe Inflation hat das Drehen in den vergangenen Jahren deutlich verteuert. Gleichzeitig können Sender und Streaming-Dienste weniger zahlen, weil auch ihre Werbeeinnahmen unter Druck stehen. Damit rückt die Branche noch stärker in den Fokus der Politik.

Die türkische Regierung betrachtet Serien inzwischen nicht nur als Unterhaltung, sondern auch als wichtigen Wirtschaftsfaktor. Sie bringen Geld ins Land und stärken laut Bericht sogar den Tourismus. Deshalb hat Kulturminister Mehmet Ersoy ein Förderprogramm auf den Weg gebracht. Der Serienboom aus der Türkei geht also weiter – auch wenn der Preis dafür hinter den Kulissen hoch ist.

Quelle: Tagesschau

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