SFV kippt Infantino-Support
Der Schweizerische Fussballverband hat seine Unterstützung für Gianni Infantino zurückgezogen. Nach einer Neubewertung sieht der SFV offene Fragen zu Transparenz, Führung und Entscheidungswegen bei der Fifa.
Foto: Wikimedia Commons / United Nations Office on Drugs and Crime, CC BY 2.0
Der Schweizerische Fussballverband geht auf Distanz zu Gianni Infantino: Der SFV unterstützt die Kandidatur des Fifa-Präsidenten für eine weitere Amtszeit nicht mehr. Beschlossen wurde die Kehrtwende in der Sitzung des Zentralvorstands am 25. September. Noch im Juni 2026 hatte sich der Verband hinter den Walliser gestellt.
Neubewertung mit klarer Folge
Als Grund nennt der SFV eine neue Einschätzung der Entwicklungen der vergangenen Monate. Nach Verbandsangaben stehen dabei vor allem Fragen rund um Führung, Governance, Transparenz und die internen Entscheidungswege bei der Fifa im Raum. Aus Sicht des SFV geht es nicht nur um einzelne Vorfälle, sondern um grundlegende Standards in der Verbandsführung.
- Diskussionen um den Fall des Stürmers Folarin Balogun
- Kritik am Projekt Fifa Forward Enterprise
- Offene Fragen zu Verantwortlichkeiten und institutioneller Kontrolle
Im Fall Balogun war Infantino in die Kritik geraten, nachdem die Sperre des US-Stürmers nach einer roten Karte wieder aufgehoben worden war. Laut SRF geschah das nach einem Telefonat von US-Präsident Donald Trump mit dem Fifa-Chef. Zusätzlich sorgte Fifa Forward Enterprise für Wirbel: Dabei sollten Anteile an Fussball-Weltmeisterschaften an private Investoren verkauft werden.
Widerstand wächst vor dem Kongress
Mit dem Schritt reiht sich der SFV in eine Gruppe von Verbänden ein, die ihre Unterstützung für Infantinos dritte Amtszeit zurückgezogen haben, besonders in Europa und Nordamerika. SFV-Präsident Peter Knäbel erklärte, die von der Fifa am 21. September angekündigten Massnahmen seien zwar ein wichtiges Signal. Dennoch blieben entscheidende Fragen zu Hintergründen, Verantwortung und Abläufen unbeantwortet.
Infantino, 56, will sich beim 77. Fifa-Kongress im März kommenden Jahres in Rabat noch einmal für vier Jahre wählen lassen. Der Gegenwind ist inzwischen deutlich spürbar. Einen Gegenkandidaten gibt es bislang allerdings nicht.
Quelle: SRF






