Musik & Film

Sarandon klagt über Rollenverlust

08. September 2026
Sarandon klagt über Rollenverlust

Susan Sarandon sagt beim Filmfestival in Venedig, dass sie wegen ihres Engagements für Palästinenser weiter berufliche Nachteile erlebt. Dort stellt die 79-Jährige ihren neuen Wettbewerbsfilm „The Echo Chamber“ vor.

Foto: derbund

Susan Sarandon erhebt in Venedig schwere Vorwürfe gegen Teile der Filmbranche. Die Oscarpreisträgerin erklärte beim Filmfestival, dass sie wegen ihres politischen Engagements für Palästinenser weiterhin Rollen verliere. Nach ihren Angaben gebe es noch immer Agenturen, die davon abraten würden, sie zu besetzen.

Die 79-Jährige sagte demnach, ihr seien erst kürzlich wieder Filmprojekte entzogen worden. Betroffen sei aus ihrer Sicht nicht nur sie selbst: Auch andere Menschen aus der Branche, die sich öffentlich ähnlich geäußert hätten, bekämen das bei großen Studios zu spüren.

Folgen seit 2023

Berufliche Konsequenzen hatte Sarandon schon Ende 2023 erlebt. Damals trennte sich die renommierte Talentagentur UTA von der Schauspielerin, nachdem sie an propalästinensischen Kundgebungen teilgenommen hatte. Besonders umstritten war eine Äußerung von Sarandon zur Lage jüdischer Menschen in den USA, für die sie damals scharf kritisiert wurde.

In Venedig sagte die Schauspielerin nun, die öffentliche Sicht auf den Nahostkonflikt habe sich seitdem deutlich verändert. Auch die Unterstützung der USA für Israel werde inzwischen kritischer gesehen. In der Filmindustrie selbst nehme sie diesen Wandel aber nur eingeschränkt wahr. International, so ihr Eindruck, werde sie dagegen eher offen empfangen.

Neuer Film im Wettbewerb

Nach Italien ist Sarandon vor allem gekommen, um „The Echo Chamber“ vorzustellen. Der Film von Regisseur Andrea Pallaoro basiert auf dem letzten Drehbuch von Bernardo Bertolucci. Sarandon spielt darin eine alternde Sängerin, die für ein Comeback-Album mit einem Musikproduzenten zusammenarbeitet, der sich von einer Drogensucht erholt.

Damit steht Sarandon in Venedig gleich doppelt im Fokus: als Darstellerin eines prestigeträchtigen Festivalfilms – und als prominente Stimme, die offen über die politischen Folgen für ihre Karriere spricht.

Quelle: derbund

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