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Olympia-Zoff um Dominic Lobalu

09. September 2026
Olympia-Zoff um Dominic Lobalu

Langstreckenläufer Dominic Lobalu gilt für die Schweiz als Medaillenhoffnung für Olympia 2028 in Los Angeles. Doch ohne Schweizer Pass könnte ihm trotz EM-Medaillen erneut nur die Zuschauerrolle drohen.

Foto: aargauerzeitung

Dominic Lobalu gehört zu den stärksten Gesichtern der Schweizer Leichtathletik. Der heute 28-Jährige, geboren im heutigen Südsudan, gewann bei den Europameisterschaften 2024 und 2026 Medaillen und schrammte bei den Olympischen Spielen in Paris als Vierter nur knapp am Podest vorbei. Für Los Angeles 2028 ist er deshalb fest als Hoffnungsträger eingeplant.

Swiss Athletics führt Lobalu sogar unter den acht möglichen Medaillenkandidaten und unterstützt ihn im Förderprojekt «Next Level» mit zusätzlichen Mitteln. Das Problem: Ob er bei Olympia überhaupt für die Schweiz starten darf, ist offen. Während der Leichtathletik-Weltverband seine Startberechtigung für die Schweiz bereits vor der EM 2024 erteilte, besteht das IOC auf der Schweizer Staatsbürgerschaft.

Pass fehlt – Olympia wackelt

Genau hier liegt der Knackpunkt. Einen Schweizer Pass kann Lobalu laut dem Bericht frühestens im Herbst 2031 beantragen. Eine Ausnahme gäbe es nur, falls er vorher eine Schweizerin heiraten würde – dann würde sich die Frist auf drei Jahre nach der Hochzeit verkürzen. Für die Spiele 2024 hatte Swiss Athletics beim IOC bereits versucht, eine Starterlaubnis für die Schweiz zu erhalten. Der Antrag wurde aber abgelehnt.

Immerhin durfte Lobalu damals als Teil der Schweizer Delegation im olympischen Dorf wohnen. Nach zähen Verhandlungen trat er jedoch gemeinsam mit seinem Trainer Markus Hagmann in der Kleidung des IOC-Flüchtlingsteams auf. Eine eigenartige Zwischenlösung – und genau so ein Szenario könnte sich 2028 wiederholen.

Schweizer Verband kritisiert IOC

Swiss-Athletics-Präsident Christoph Seiler stellt sich klar hinter den Läufer und betont, Lobalu sei vollständig integriert und als Schweizer Athlet anerkannt. Das IOC verweist dagegen weiterhin auf Regel 41 der Olympischen Charta. Nach Angaben eines IOC-Sprechers sei Lobalu 2024 nicht startberechtigt gewesen, weil er damals kein Schweizer Staatsbürger war.

Damit bleibt die Lage heikel: Sportlich ist Dominic Lobalu längst auf Olympianiveau, juristisch aber hängt seine Zukunft bei den Spielen weiter am Pass – und am Goodwill des IOC.

Quelle: aargauerzeitung

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