Neue Mega-Route am Eiger
Am Eiger haben Roger Schaeli und Fay Manners eine neue Route eröffnet: „Solar Eclipse“ führt über rund 900 Meter und 33 Seillängen durch die Nordwand. Für das Projekt lebte das Duo 13 Tage lang in einem Zelt direkt in der Wand.
Foto: Krzysztof Golik / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
In der Eigernordwand ist eine neue Kletterlinie entstanden: Roger Schaeli und Fay Manners haben dort die Route „Solar Eclipse“ eingerichtet. Die Linie verläuft am rechten Teil des Bergs über den sogenannten Tschechenpfeiler, ist rund 900 Meter hoch und umfasst 33 Seillängen.
13 Tage Leben in der Wand
Für das Projekt verbrachte das Duo im Juli und August insgesamt 13 Tage in einem Zelt mitten in der riesigen Nordwand. Von dort aus stiegen sie täglich in den Fels ein, um die Route einzurichten. Unterstützt wurden sie dabei von zwei Bergführern. Wasser und Verpflegung mussten laut SRF alle vier Tage erneuert werden.
Der Name der Route geht auf ein besonderes Erlebnis am Berg zurück: Schaeli und Manners beobachteten während ihrer Zeit in der Wand eine Sonnenfinsternis. Diese wurde schließlich zur Namensgeberin von „Solar Eclipse“.
Wenig fixe Haken, viel Gefühl für die Linie
Beim Einrichten verfolgte das Team ein klares Ziel: möglichst wenige fixe Haken im Fels zu hinterlassen. Stattdessen musste die vorsteigende Person die Linie so wählen, dass sich immer wieder Risse für mobile Sicherungsgeräte finden. Genau darin liegt für Schaeli auch der Reiz neuer Routen: das Ungewisse, die Suche nach einer stimmigen Linie und der kreative Zugang zum Berg.
- Neue Route: „Solar Eclipse“
- Höhe: rund 900 Meter
- Umfang: 33 Seillängen
- Ort: rechter Teil des Eigers, Tschechenpfeiler
Für Schaeli ist es bereits die vierte Route, an der er am Eiger mitgearbeitet hat. Der erfahrene Kletterer war nach SRF-Angaben schon 56 Mal am Eiger unterwegs. Gleichzeitig zeigt das Projekt auch, wie sehr sich der Berg verändert hat: Die klassische Heckmair-Route von 1938 verlief noch durch Eis- und Schneepassagen im zentralen Wandteil. Im Sommer wird sie heute nicht mehr geklettert, sondern nur noch im Winter.
Quelle: SRF






