Musik & Film

Horror boomt im Kino

21. August 2026
Horror boomt im Kino

Horrorfilme sind 2026 ein großer Publikumsmagnet im Kino. Vor allem junge Menschen kommen, während der Psychothriller „Obsession“ bei nur 750.000 Dollar Budget weltweit mehr als 490 Millionen eingespielt hat.

Foto: mz

Gruselfilme erleben im Kino gerade einen echten Höhenflug. Besonders auffällig: Horror ist laut der Berliner Yorck-Gruppe derzeit das verlässlichste Genre. Der Grund liegt nach Einschätzung des Unternehmens nicht nur in den Filmen selbst, sondern auch im Erlebnis im Saal. Schockmomente, Anspannung und Reaktionen des Publikums funktionieren gemeinsam schlicht anders als allein auf dem Sofa.

Vor allem junge Zuschauerinnen und Zuschauer zieht es aktuell vor die Leinwand. Nach Angaben des Verbands HDF Kino kommen bei ihnen besonders neue Originalstoffe gut an, die optisch oder inhaltlich einen ungewohnten Dreh mitbringen. Als prägnantes Beispiel gilt „Obsession“ von Curry Barker: Der Psychothriller über toxische Liebe und den Verlust von Autonomie entwickelte sich zum Überraschungshit und spielte bei einem Budget von rund 750.000 US-Dollar mehr als 490 Millionen US-Dollar weltweit ein.

Diese Horrorfilme laufen gerade

Zum aktuellen Angebot gehören mehrere Titel, die das Genre in unterschiedliche Richtungen treiben. Neben „Obsession“ liefen in diesem Jahr unter anderem folgende Produktionen an:

Dass Horror gerade so stark funktioniert, hat laut Kinoexperten auch mit der Gegenwart zu tun. Das Genre sei dann besonders wirksam, wenn es die Ängste und gesellschaftlichen Regeln seiner Zeit spiegele. In einer düsteren Weltlage könne das gemeinsame Erschrecken im Kinosaal sogar etwas Befreiendes haben. Genau dieses kollektive Erleben macht Horror für viele offenbar wieder besonders attraktiv.

Ein Genre im Wandel

Der Blick zurück zeigt, wie stark Horror immer wieder auf seine Zeit reagiert hat. Slasher-Filme der späten 70er und 80er Jahre wurden mit den damaligen Debatten um Sex, Drogen und Aids verbunden. In den 90ern folgten Teenie-Slasher wie „Scream“, später kamen Folter-Horror wie „Saw“ und die Found-Footage-Welle à la „Blair Witch Project“. Spätestens mit dem Erfolg von „Get Out“ wurde dann auch der sogenannte Elevated Horror populärer: also arthouse-nahe Genrefilme, die gesellschaftliche Themen stärker in den Mittelpunkt rücken. Der aktuelle Boom wirkt damit nicht wie ein Zufall, sondern wie die nächste Entwicklungsstufe eines Genres, das sich immer wieder neu erfindet.

Quelle: mz

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