Musik & Film

Gampel setzt auf Yoga

21. August 2026
Gampel setzt auf Yoga

Zum 40. Geburtstag baut das Open Air Gampel in der Schweiz sein Konzept um. Wegen verändertem Publikum, sinkendem Bierkonsum und finanziellem Druck setzt das Festival stärker auf Sport, Spiele und kürzere Konzerte.

Zum 40. Jubiläum erfindet sich das Open Air Gampel ein Stück weit neu. Aus dem einstigen Rockfestival ist längst einer der grössten Schweizer Musikanlässe geworden – nun soll das Gelände nicht mehr nur für Konzerte stehen, sondern auch für Bewegung, Begegnung und Freizeitprogramm. Künftig dauern manche Auftritte nur noch 45 Minuten, dazu wird das Areal kompakter geplant, die beiden Hauptbühnen rücken direkt nebeneinander.

Weniger Bier, mehr Beschäftigung

Hinter dem Umbau steckt laut den Verantwortlichen kein spontaner Trendwechsel, sondern eine Reaktion auf einen härter gewordenen Festivalmarkt. Medienchef Olivier Imboden beschreibt die Neuausrichtung als notwendige Anpassung an ein Publikum mit neuen Erwartungen. Statt ausschliesslich Party und Alkohol seien heute andere Angebote gefragt.

Besonders auffällig sei der Wandel bei den Jüngeren: Das Gesundheitsbewusstsein steige, der Alkoholkonsum sinke. Nach Angaben des Festivals hat sich der Bierkonsum auf dem Gelände inzwischen mehr als halbiert. Das klassische Bild des exzessiven Festivalwochenendes verliere damit deutlich an Bedeutung.

Neustart unter finanziellem Druck

Die Veränderungen haben auch wirtschaftliche Gründe. Tickets würden immer später gekauft, was die Planung erschwere. Gleichzeitig steigen die Forderungen internationaler Acts, weil Live-Auftritte im Streaming-Zeitalter als Einnahmequelle wichtiger geworden sind. Nach zwei schwierigen Jahren zeigt sich Gampel dennoch vorsichtig zuversichtlich: Für das Jubiläumsjahr hält das Festival eine schwarze Null für realistisch.

Auch beim Auftakt setzt Gampel neue Akzente. Am ersten Abend standen ausschliesslich Walliser Acts auf der Bühne, darunter die Genderbüebu. Obwohl ein grosser Teil des Publikums aus der Deutschschweiz kommt, setzt das Festival damit bewusst auf regionale Identität. Für SRF-Musikredaktor Claudio Landolt ist das weniger mutig als vielmehr bodenständig – und angesichts des Walliser Images sowie boomender Volksmusik auch gut nachvollziehbar.

Quelle: SRF

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