Musik & Film

Deutsches Kino greift an

26. August 2026
Deutsches Kino greift an

Deutschland schickt 2026 Sandra Wollners Drama „Everytime“ ins Oscar-Rennen. Durch eine neue Regelung könnten im März gleich mehrere deutsche Filmschaffende bei den Academy Awards vertreten sein.

Das deutsche Kino meldet sich selbstbewusst auf der großen internationalen Bühne zurück. Für die Oscar-Saison 2026 wurde „Everytime“ von Sandra Wollner als deutscher Beitrag für die Kategorie „Bester Internationaler Film“ ausgewählt. Eine unabhängige Jury aus neun deutschen Filmschaffenden gab die Entscheidung bekannt.

Poetisches Drama mit schweren Themen

Wollners Film läuft erst seit Kurzem bundesweit im Kino, bringt aber schon reichlich Rückenwind mit. Bei den Filmfestspielen in Cannes gewann „Everytime“ im Mai den Hauptpreis in der Reihe „Un Certain Regard“. Die Sektion gilt als wichtige Adresse für Filme, die bewusst neue erzählerische Wege gehen.

Im Zentrum des Dramas steht der Tod einer 17-Jährigen, die im Drogenrausch abstürzt. Danach begleitet der Film die Menschen, die mit dem Verlust leben müssen: den damaligen Freund, die jüngere Schwester und die von Birgit Minichmayr gespielte alleinerziehende Mutter. Es geht um Schuld, Vergebung und die Frage, wie man weiterlebt, ohne zu vergessen.

Mutiger Kurs statt Oscar-Kalkül

Die Jury würdigte vor allem die besondere Bildsprache des Films. Erinnerung, Gegenwart, Realität und Vorstellung verschmelzen dabei zu einem schwebenden Kinoerlebnis. Damit steht Sandra Wollner für eine Richtung im deutschen Film, die zuletzt immer sichtbarer geworden ist: experimentierfreudig, tabunäher und formal mutiger.

Auch andere deutsche Produktionen zeigen diese Bandbreite. Unter den elf Kandidaten für die deutsche Oscar-Einreichung war etwa auch Volker Schlöndorffs „Heimsuchung - Eine Jahrhundertgeschichte“, der in Cannes Premiere feierte und im Oktober in die Kinos kommen soll.

Besonders spannend: Laut Quelle könnte eine neue Regelung für ausländische Filme dafür sorgen, dass bei den Oscars im März gleich mehrere deutsche Filmschaffende vertreten sind. Die Voraussetzungen scheinen also gut – und der aktuelle Aufschwung des deutschen Kinos bekommt damit zusätzlich internationale Aufmerksamkeit.

Quelle: Tagesschau

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